Abenteuer in Mecklenburg Vorpommern
Die Müritz-Elde-Wasserstraße zweigt bei Dömitz von der Elbe ab, und führt über Grabow, Neustadt-Glewe, Parchim, Lübz und Plau am See bis zum Plauer See. Ein Abzweig (die Störwasserstraße) führt bis nach Schwerin. Nun sollte man sich aber unter "Wasserstraße" nicht den Suezkanal vorstellen, sondern den etwas begradigten Lauf des Flußes Elde. Anlaß für den Bau der Wasserstraße war, daß früher Bäume, die im Bereich des Plauer Sees gefällt wurden, irgendwie zum Sägewerk nach Lübz transportiert werden mussten. Daher wurde die Elde zwischen dem Plauer See und Lübz schiffbar gemacht. Am anderen Ende mussten die in der Ziegelei Malliß hergestellten Ziegel abtransportiert werden. Da der Flußlauf der Alten Elde in diesem Bereich schon über (heute) brandenburgisches Gebiet verläuft, sollte ein Wasserweg auf mecklenburgischem Gebiet entstehen. Diese beiden Teilstücke wurden dann später miteinander verbunden, wodurch die Wasserstraße entstand. Da es sich um eine Bundeswasserstraße handelt, sind bestimmte Regeln zu befolgen, u.a. hat die motorisierte Schifffahrt an Schleusen immer Vorfahrt. Andererseits hält sich der Andrang aber meisstens in Grenzen, sodaß es eigentlich nie zu Problemen kommt. Der Status der Bundeswasserstraße wird nämlich weniger durch nennenswertes Verkehrsaufkommen der Berufsschifffahrt begründet, sondern mehr dadurch, daß für den Erhalt von Bundeswas-serstraßen eben der Bund, und nicht das Land Mecklenburg-Vorpommern zahlen muß, was die klammen Landesfinanzen entlastet. Auch wenn durch die Schleusen die Strömung vernachlässigbar ist, ist für Kanufahrer doch die Befahrung in Strömungsrichtung, also von Plau nach Dömitz, empfehlenswert, weil man andernfalls nicht in die teilweise parallel fließenden Altwasser umsetzen könnte. Daher erfolgt unsere Streckenbeschreibung auch von Plau nach Dömitz, wodurch die Kilometerangaben von den Angaben abweichen, die der entgegengesetzten amtlichen Vorgehensweise folgen. In unserer Karte haben wir Städte rot eingezeichnet, Schleusen grau, und alles andere grün. Wenn Sie auf den jeweiligen Punkt in der Karte klicken, werden weitere Informationen und Fotos angezeigt.

Für Detailinformationen sehen Sie sich bitte die einzelnen Etappenbeschreibungen an:

Kanu Kanuvermietung Kanutour Müritz Elde Wasserstraße Dömitz Grabow Neustadt Glewe Schwerin Parchim Lübz Plau Plauer Schweriner See Kanu Kanuvermietung Kanutour Müritz Elde Wasserstraße Schleuse Dömitz Kalliß Lübz Lewitz

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Kanu, Kanuvermietung, Kanutour, Paddeltour, Kajak, Streckenbeschreibung, Elde, Müritz, Wasserstrasse

Die Müritz-Elde-Wasserstraße fließt auf ca. 120 Km Länge von Plau am See über Lübz, Parchim, Neustadt-Glewe, ( Ludwigslust ), Grabow, Eldena bis Dömitz durch Mecklenburg Vorpommern. Früher wurden gefällte Bäume aus dem Bereich um den Plauer See über den Fluß Elde zum Sägewerk nach Lübz geflößt. Um das zu erleichtern wurde der Fluß Begradigt und mit Schleusen versehen. Außerdem gab es bei Malliß eine Ziegelei und Kohlebergbau. Die Ziegel wurden per Schiff in Richtung Elbe abtransportiert, wovon heute noch ein Schiffswrack im ehemaligen Hafen der Ziegelei zeugt. Irgendwann entstand dann die Idee auch den Rest der Elde schiffbar zu machen, und so entstand die heutige Müritz-Elde-Wasserstraße. Über einen Abzweig (die Störwasserstraße) gelangen Sie nach Schwerin, und in der Verlängerung können Sie bis Berlin weiterfahren. Obwohl es sich um eine Bundes-wasserstraße handelt, gibt es heute keinen Gütertransport über die Wasserstraße mehr, es findet nur noch Bootsverkehr zu touristischen Zwecken statt. Durch die Schleusen gibt es nur minimale Strömung, sodaß es eigentlich egal ist, in welche Richtung man Paddelt. Teilweise folgt die Wasser-straße genau dem Flußlauf, teilweise gibt es paralell verlaufende Altwasser, die man als Kanufahrer dann wahlweise Befahren kann. In unserer interaktiven Landkarte sehen sie Fotos und weitere Informationen .

21Km von Plau am See bis Lübz. Obwohl der Name Plau am See ja darauf schließen lässt, daß die Stadt am Seeufer liegt, ist dem nicht so, sondern Plau am See liegt ein Stück landeinwärts. Vom See aus ist von der Stadt zunächst nichts zu sehen, außer der betonnten Einfahrt in die Müritz-Elde-Wasser-straße (und -von Süden kommend- die neue Uferpromenade). Vorbei an allerlei Boots-häusern, den Anlegern der Fahrgastschiffahrt (mit Anbindung bis zur Müritz), und der wenig einladenen Rückansicht diverser Fischbuden, gelangt man zur Attraktion von Plau, der kleinen Hubbrücke, und kurz darauf an die Schleuse Plau (Punkt 1 in der Karte). Hier ist unser Kilometer 0. Bis Dömitz sind es von hier aus ca. 120Km. 6Km weiter gelangt man zur Schleuse Barkow (2). Diese Schleuse ist (wie viele andere auch) eine Selbstbedienungsschleuse. Am Anleger vor der Einfahrt befindet sich ein blauer Hebel (der auch für Kanufahrer ohne auszusteigen erreichbar ist). Wenn man daran zieht wird die Schleuse geöffnet. Dann fährt man in die Schleuse hinein, und zieht an einem weiteren blauen Hebel. Die Schleuse schließt sich, und (je nachdem) hebt oder senkt sich der Wasserspiegel und schlußendlich wird das Ausfahrtstor geöffnet. Für Notfälle gibt es dann noch einen roten Hebel, der alles zum stoppen bringt. Kurz nach der Schleuse befindet sich eine schöne Wiese (3), die Gelegenheit zum Picknick, oder auch zum "wilden Camping" bietet. Zu dieser Wiese gibt es sogar eine Zufahrtsmöglichkeit für PKW. Wer es nicht ganz so einsam mag, Paddelt noch ein paar Kilometer weiter, bis zum Wasserwander-rastplatz Kuppentin (5). Zunächst folgte die Wasserstraße dem Verlauf des Flusses, der etwas weiter nördlich in einer großen Schleife fließt. Da gab es aber immer Probleme mit Flachstellen, sodaß schließlich ein neuer, direkterer Verlauf der Wasserstraße gebaut wurde, was aber eine neue Schleuse bei Bobzin erforderlich machte. Dort wo sich Altwasser und heutige Wasserstraße trennen, befindet sich die (schlecht erhaltene) Ruine einer ehemaligen Schleuse (4). Auch mit einem Kanu ist es aber wenig empfehlenswert hier auf dem Fluß bis Bobzin weiter Paddeln zu wollen, weil man da aufgrund zahlreicher umgefallener Bäume auch gleich zu Fuß gehen könnte. Zwischen dem Wasserwanderrastplatz Kuppentin und der Bobziner Schleuse verläuft die Wasserstraße teilweise höher als die Umgebung. Hier befinden sich insbesondere auf der großen Insel zwischen Wasserstraße und nördlich verlaufendem Altwasser schöne Bruchlandschaften, moorige Wiesen (6) und sogar ein historischer Burgwall. Bei Km 16 ist dann mit 7m Hub die höchste Schleuse Mecklenburgs erreicht, die Schleuse Bobzin (7). Das dortige historische Wasser-kraftwerk ist seit einigen Jahren wieder in Betrieb, und im ehemaligen Schleusen-wärterhaus kann man Übernachten. Gleich unterhalb der Schleuse mündet das Altwasser wieder in die Wasserstraße. Wenn man dort von der Wasserstraße abbiegt, sich an der nächsten Abzweigung links hält, 2 kleine Brücken und ein Stauwehr unträgt, gelangt man nach ca. 3Km auf den Passower See mit Badesteg und Schloßhotel (8). Auf dem Weg nach Lübz passiert man dann noch eine schöne Picknickstelle (9) und die verkohlten Überreste des ehemaligen Sägewerkes, dessen Vorgänger einstmals Anlaß für den Bau der Wasserstraße war. An dem kleinen Stausee vor der Schleuse Lübz (10) befindet sich links der Stadtpark mit Bootsanleger, und gleich neben der Schleuse ein Supermarkt. Bei größeren Booten kann übrigens die Straßenbrücke über die Schleuse um immerhin 50cm angehoben werden, was bei Autofahrern stets für viel Freude sorgt.